Facebook für unternehmen – Teil 3

Facebook Timeline – die neuen Funktionen für Unternehmen

Nach diesen grundsätzlichen Vorüberlegungen wenden wir uns schließlich den neuen Möglichkeiten zu, die die als Timeline oder auch als Chronik genannte Facebook-Funktion bietet. Facebook bot zwar schon zuvor interessante Möglichkeiten für Unternehmen – mit der nun eingeführten Timeline wurden sie um einiges erweitert.

Im Zuge dieses Re-Designs sind allerdings auch Funktionen wie die Reitersichtbarkeit sowie Landing-Tabs entfernt beziehungsweise umgestaltet worden – mit einem eindeutigen Vorteil: Die Seiten wirken so wesentlich aufgeräumter und übersichtlicher.

Das Hauptaugenmerk der Neugestaltung liegt aber auf der Timeline selbst, die eine chronologische Darstellung in Form eines Zeitstrahls der wichtigsten Unternehmensmeilensteine erlaubt. Doch darüber hinaus bietet die Timeline einige andere interessante Funktionen an.

Die wichtigsten 10 Neuerungen sind im Folgenden zusammengestellt und werden weiter unten näher beschrieben:

  • Timeline/Chronik: Chronologische Darstellung der wichtigsten Unternehmensstationen
  • Repräsentatives Begrüßungsbild: Anders als bisher können Unternehmen ein großes repräsentatives Profilbild (851 x 315 Pixel) einstellen. Wichtig hier: Weder Preise noch Kontaktinformationen dürfen zu sehen sein – das verbieten die besonderen Facebook-Vorgaben.
  • Neues Profilbild: Auf 125 x 125 Pixel haben Unternehmen die Möglichkeit ein Profilbild – Idealerweise das Firmenlogo – hochzuladen. Das erhöht in besonderer Weise die Möglichkeit, für einen überzeugenden Auftritt zu sorgen.
  • Moderierte Pinnwand: Anstatt wie bisher alle Einträge von Usern zulassen zu müssen, können Unternehmen die Aktivitäten auf der Pinnwand neuerdings verwalten. Doch Obacht: Auch die Moderation will gekonnt sein – zu schnell werden sonst Nutzer verprellt und geben ihre Meinung in anderen – nicht moderierten – Foren preis. Die kritischen Wertungen und Haltungen einzelner Verbrauchergruppen sollten grundsätzlich als wertvolle (und dabei völlig kostenfreie) Chancen gesehen werden, die eigenen Leistungen zu optimieren und den Marktbedürfnissen anzupassen.
  • Intelligente Funktionen: Die Veröffentlichung der Seite kann bis zur endgültigen Fertigstellung zurückgehalten werden. Es lassen sich darüber hinaus Landes- oder Altersbeschränkungen festlegen sowie Blockierlisten anfertigen, mit denen die Verwendung bestimmter Begriffe unterbunden werden kann.
  • Eigene Landingpages: Über die eigene Timeline-Seite hinaus lassen sich eigene Landingpages erstellen, mit denen das Unternehmen sich individuell präsentieren kann.
  • Inhalte lassen sich nur einem bestimmten Publikum zugänglich machen: Dies kann dann besonders von Vorteil sein, wenn die Kundenbeziehungen ausgebaut werden und diese vermehrt in die Unternehmensaktivitäten eingebunden werden sollen.
  • Eigene Vanity URL: Ist die entsprechende URL bei Facebook nicht vergeben, lässt sich eine so genannte Vanity URL einrichten. Unter beispielsweise www.facebook.com/firmenname lässt sich automatisch auf die entsprechende Seite weiterleiten.
  • “Star Posts”: Wichtige Ereignisse können besonders prominent durch ein seitenbreites Foto hervorgehoben werden.
  • “Pin-Posts”: Das Wichtigste zuerst! Für den Zeitraum von sieben Tagen lassen sich Meldungen ganz oben auf die Seite platzieren und sorgen so für entsprechende Nachhaltigkeit
Man sieht auch hier: Facebook hat einiges dafür getan, den Unternehmensauftritt von den privaten Facebook-Profilen zu differenzieren und Tools bereitgestellt, mit denen es einfach Spaß macht, Betriebsereignisse zu präsentieren.

Übersichtliche Unternehmensdarstellung

Die besondere Stärke von Facebook aus Sicht eines Unternehmens ist sicher, dass man eine Vielzahl von Informationen über die Vorlieben einer bestimmten Zielgruppe erhalten kann und diese auch regelmäßig über Aktivitäten des Betriebes informiert werden, wenn sie mit dem Unternehmen befreundet sind. In der Vergangenheit galt es, sich mit Aktionen sowie Informationen in die Erinnerung seiner Facebook-Freunde zu bringen.

Die Timeline ergänzt diese Möglichkeit um die besondere Funktion, dass ein Unternehmen seinen Werdegang von der Gründung bis zu aktuellen Ereignissen in übersichtlicher Art und Weise präsentieren kann. Diese Informationen sind übrigens nicht nur für Kontakte und Freunde relevant, sondern können einen besonderen Beitrag dazu leisten, die Unternehmensgeschichte für die eigenen Mitarbeiter interessant zu machen.

Regelmäßige Updates des Unternehmensgeschehens tragen dazu bei, dass Besucher immer wieder gern der Unternehmenschronik und auf besondere Ereignisse hingewiesen werden. Wichtig aber auch hier: Der Austausch mit der Zielgruppe sollte stets ernst gemeint sein. Als Betreiber einer Facebook-Seite sollte man sich daher immer wieder die Frage stellen, was tatsächlich relevant für die Fans sein kann und vor allem, welche Nachrichten das Potential haben sich durch den iLike-Button in der Facebook-Gemeinde zu verbreiten.

Werden die Meldungen langweilig, austauschbar oder wiederholen sich bestimmte Inhalte immer wieder, muss damit gerechnet werden, dass der Besuch der Seite nachlässt und wertvolle Kontakte ausbleiben.

Die Timeline in der Praxis

Für die (Neu)-Einrichtung einer Timeline-Unternehmensseite sind nur wenige erste Schritte nötig. Zunächst wird eine neue Seite für “eine Berühmtheit, ein Unternehmen oder ein Produkt” erstellt. Die nächsten Einstellungen wie die Profilbild-Einrichtung werden in einer übersichtlichen Schritt-für-Schritt-Anleitung durchgeführt. Besonders wichtig ist es hier, ein repräsentatives Profilbild zu verwenden, das das Unternehmen oder seine Dienstleistungen, Produkte oder Mitarbeiter in besonders positiver Weise vorstellt.

Als Motive bietet sich eine spektakuläre Aufnahme des Betriebsgeländes oder der Mitarbeiter an – weniger zu empfehlen sind negativ wirkende Bildsujets oder unverständlich-abstrakte Grafiken. Zu beachten ist außerdem, dass weder Preis- noch Kontaktinformationen auf dem Foto zu sehen sein dürfen.

Hat man diese Hürde genommen, gelangt man schließlich zur Fanpage selbst, die eine Vielzahl von Möglichkeiten bietet, um die Unternehmensdarstellung zusammenzustellen. Grundsätzlich gliedert sich dieser Bereich in die Abschnitte “Administration”, die sich im oberen Teil befinden sowie den “Höhepunkten” (der Timeline), die den unteren Abschnitt der Seite einnehmen.

Von beiden Bereichen aus hat man stets Zugriff auf die Einstellungsoptionen sowie auf den Abmeldebutton. Nicht allgemein bekannt ist übrigens, dass wenn das Browserfenster geschlossen aber nicht die Seite selbst abgemeldet wird, Facebook-Cookies im Hintergrund die Internetaktivitäten der Nutzer verfolgen und daraus Profile erzeugen.

Hier gilt es, sich die Frage zu stellen, ob dies erwünscht wird oder man Facebook diese Protokollierung verweigern möchte.

Genehmigungen verwalten

Bevor die eigentliche Seite im Internet von allen Facebookmitgliedern gesehen werden kann, können die Inhalte mit der neuen “Genehmigungen verwalten”-Funktion vor der Veröffentlichung gesperrt werden, um sich in aller Ruhe mit den neuen Funktionen vertraut zu machen. Besonders interessant ist darüber hinaus, dass es weiteren Nutzern ermöglicht wird, als Administratoren auf der Seite tätig zu werden.

So kann der Unternehmer selbst Einfluss auf die Inhalte nehmen, zeitgleich aber anderen Mitarbeitern oder einer Webagentur das Recht übertragen, die Seite zu verwalten und Änderungen vorzunehmen. Besonders interessant dürfte aber außerdem die Möglichkeit sein, die Inhalte, die auf der Seite gepostet werden, in gewisser Weise zu reglementieren.
Betriebe, die in der Vergangenheit bereits Opfer von Shitstorms wurden, dürften in besonderer Weise zu würdigen wissen, dass es nun möglich ist, festzulegen ob Nutzer Einträge oder Fotos reinstellen dürfen.

Der Gebrauch dieser Möglichkeit sollte allerdings zurückhaltend zum Einsatz kommen, denn nach wie vor gilt: Social Media lebt vom Austausch mit der Zielgruppe – kontraproduktiv kann es daher werden, wenn eben diese Offenheit auf Grund einer gewissen (verständlichen) Ängstlichkeit vor Imageverlusten beschränkt wird.

Nachrichten – oder doch lieber Pinnwand?

Eine weitere Neuigkeit, die Facebook seinen Unternehmensnutzern zur Verfügung stellt, ist der direktere Nachrichtenaustausch. Der Vorteil kann hier aber auch gleichzeitig der Nachteil sein, denn: Von positiven Mitteilungen Ihrer Fans werden nur Sie und nicht alle anderen erfahren und genau darin liegt doch der Vorteil von Facebook, oder?

Andererseits: Kritik bleibt so allen anderen Teilnehmern verborgen – doch im Falle von Negativmeldungen gilt es ohnehin sich individuell und aufmerksam dem jeweiligen Kunden zuzuwenden.

Massives Blockieren von Beiträgen oder löschen unliebsamer Meinungen kann schnell dazu beitragen, dass Ihre Seite in Misskredit gerät und desto mehr Opfer von sogenannten Shitstorms in anderen Foren werden könnte.

Denn: Es ist vorteilhafter Sie kennen die Meinung Ihrer möglichen Kunden, Partner und Freunde und können durch intelligente Maßnahmen darauf Einfluss nehmen. Außerdem sollte jede Kontaktmöglichkeit als Option verstanden werden, auf Kundenwünsche und Vorschläge eingehen zu können.